Vielleicht kennst du das: Du legst etwas extra an einen sicheren Ort. Nicht irgendwohin. Nein — diesmal wirklich bewusst.
Und ein paar Tage später stehst du da und denkst: Wo ist dieser sichere Ort jetzt eigentlich?
Früher hätte ich daraus vielleicht gemacht: „Ich bin einfach chaotisch.“ Heute sehe ich: Mein Gehirn versucht Ordnung zu schaffen — nur nicht immer auf eine Weise, die später noch abrufbar ist.
Oder du sitzt in einem Gespräch und merkst, dass du innerlich schon drei Sätze weiter bist.
Nicht, weil du ungeduldig sein willst. Sondern weil dein Kopf schneller verknüpft, schneller springt, schneller Möglichkeiten sieht.
Manchmal fühlt es sich dann an, als würden die anderen einfach zu langsam reden — während du gleichzeitig versuchst, höflich präsent zu bleiben.
Ich kenne auch dieses Muster sehr gut: Ein Projekt ist noch nicht einmal zur Hälfte fertig — und innerlich entsteht schon das nächste.
Bei mir war es ganz konkret so: Der ADHS-Kurs war noch nicht fertig, da wollte mein Gehirn schon das Buch dazu schreiben. Und zwischendurch tauchte natürlich auch noch die Idee für einen eigenen Kurs über Erschöpfung auf.
Das ist nicht fehlende Ernsthaftigkeit. Es ist oft ein hochaktives, suchendes System, das ständig Zusammenhänge sieht — aber Unterstützung braucht, um daraus einen gangbaren Weg zu machen.
